USA 2006, 87 Min., deutsche Fassung, Regie: Heidi Ewing, Rachel Grady

Kinder in Trance, gerade einmal fünf oder zehn Jahre alt: Sie rutschen auf den Knien herum, werfen die Hände in die Luft und brechen in Tränen aus. So sieht es aus, wenn im Sommercamp von Becky Fischer gebetet wird – direkt neben einem Pappkameraden von George W. Bush. Die evangelikale Pastorin will mit einer „Armee Gottes“ die Gesellschaft verändern und züchtet Soldaten für den „Heiligen Krieg“ heran.
Die Regisseurinnen Heidi Ewing und Rachel Grady filmten ein Jahr lang die Aktivitäten der Pastorin und ihrer Kirche. Provokativ, schonungslos und angesichts des politischen Einflusses, den die religiöse Rechte in den USA nimmt, DER Film zur Präsidentschaftswahl im November 2008.
Nominiert für den Oscar als Bester Dokumentarfilm 2007.
Do., 16.10. um 19 Uhr - Im Anschluss Gespräch mit Dr. Matthias S. Fifka (Deutsch-Amerikanisches Institut Nürnberg)
So., 19.10. um 19 Uhr
Großbritannien/Irak 2008, 155 Min., arab. OmeU, Regie: Kasim Abid

„LIFE AFTER THE FALL ist eine Langzeitbeobachtung einer Familie im Irak. Als Saddam Hussein im Jahr 2003 gefasst ist, ist der Jubel groß. Auch Kasim Abids Familie startet voller Zuversicht in ein neues Leben. Die damalige Unbeschwertheit ist heute längst dahin, Gewalt und Angst gehören mittlerweile zum Leben der Familie. Vier Jahre begleitete Kameramann und Regisseur Kasim Abid seine Familie, zeichnet den täglichen Kampf gegen den Wahnsinn auf und dokumentiert den Kampf, das Leben im neuen Irak zu bewältigen.“ br-online, 2008
Auszeichnung mit dem Dokumentar-Filmpreis des Bayerischen Fernsehens und der Telepool im Rahmen des Dokfest München, 2008
Eine Veranstaltung der perspektive, dem Nürnberger Filmfestival der Menschenrechte in Zusammenarbeit mit der Initiative Freie Flüchtlingsstadt Nürnberg, Desi
Sa., 18.10. um 19 Uhr – Im Anschluss Filmgespräch mit Regisseur Kasim Abid
USA/Ruanda 2007, 97 Min., OmU, Regie: Isaac Cheung

Munyurangabo möchte Gerechtigkeit für seine während des Genozids ermordeten Eltern, sein Freund Sangwa möchte sein altes Zuhause besuchen, das er vor Jahren verließ. Die Freundschaft der beiden jungen Männer, einer Hutu, einer Tutsi, wird jedoch auf eine harte Probe gestellt, als Sangwas Eltern den Freund des Sohnes offen ablehnen und warnen, dass „Hutu und Tutsi Feinde sein sollten“.
Regisseur Isaac Chung gelang mit einer kleinen Gruppe junger Ruander, viele von ihnen Genozid-Überlebende, Straßenkinder und ehemalige Flüchtlinge, das vielleicht erstaunlichste und künstlerisch überzeugendste Filmprojekt der letzten Zeit. Mit Laiendarstellern, viel Improvisation und einer wunderbar gelassenen Kamera drehte er in nur elf Tagen einen mutigen Spielfilm der künstlerisch so sehr überzeugt, dass er 2007 für die Filmfestspiele in Cannes ausgewählt wurde.
Eine Veranstaltung der perspektive, dem Nürnberger Filmfestival der Menschenrechte und dem Filmhaus Nürnberg in Zusammenarbeit mit dem AK Südliches Afrika
Mi., 15.10. um 19.15 Uhr
Fr., 17.10. um 17 Uhr
Kanada 2007, 93 Min., mandarin OmeU, Regie: Yung Chang

Der Dokumentarfilm UP THE YANGTZE zeigt auf eindringliche Weise, welche Konsequenzen der Bau des Drei-Schluchten-Staudamms für das Leben der Menschen am Jangtse mit sich gebracht hat. Regisseur Yung Chang schildert den Lauf des Flusses und zeigt die Schicksale, die sich mit ihm verbinden, wie zum Beispiel das der Familie Yu, die am Jangtse-Ufer lebt. Bald werden sie ihre Hütte aufgeben müssen, da durch den Staudamm der Pegel des Flusses steigt. Ein Schicksal, das ca. zwei Millionen Menschen betrifft.
UP THE YANGTZE ist wie eine Metapher für ganz China – ein Land zwischen fulminantem Wandel und Möglichkeitswahn, Aufbruch und Zerstörung.
Auszeichnung als „Bester kanadischer Dokumentarfilm“ auf dem Internationalen Filmfestival in Vancouver 2007.
Eine Veranstaltung der perspektive, dem Nürnberger Filmfestival der Menschenrechte in Kooperation mit der Agenda 21, Nürnberg
Fr., 17.10. um 19 Uhr – Im Anschluss Gespräch mit Dorothee Jokiel, Expertin der Agenda 21
Sa., 18.10. um 17 Uhr