Internationales Forum / International Forum, Open Eyes - Menschenrechtsfilme für die Schulen / Open Eyes School Film Project
Pizza in Auschwitz
Pizza in Auschwitz
Pizza in Auschwitz

„Bereits der Titel verrät den Ton dieses Films, der so ganz und gar nicht den gängigen Vorstellungen einer Holocausterinnerung entspricht. Als man zu Beginn den 74-jährigen Danny Chanoch sieht, wie er mit seiner Tochter Miri und seinem Sohn Shagi aus Israel in Europa ankommt, könnte man fast meinen, es handle sich um einen gewöhnlichen Familienurlaub. Doch die einwöchige Reise hat einen besonderen Charakter: Danny will seinen Kindern die Stätten seiner Kindheitstraumata zeigen. Er hat fünf Konzentrationslager überlebt, er weiß also, wovon er spricht, wenn er Miri und Shagi die 'perfekte Holocaust-Erfahrung' verspricht. Das Problem ist nur, dass seine Kinder diese Erfahrung gar nicht machen wollen. Zu lange schon wird ihr Leben von den unzähligen Geschichten über die SS, die Konzentrationslager, den Stacheldraht und die Todesmühlen geprägt: Als Kind, so erzählt Miri, hätte sie bei jedem unsanften Klopfen an der Türe gedacht, die SS stehe vor der Türe und im Traum sei sie über Stacheldraht geflohen. Sie habe von ihrem Vater eine Dosis Holocaust bekommen, die ihr für ein ganzes Leben reiche.
Zu Chanochs 'perfekter Holocaust-Tour' gehört natürlich Auschwitz. Dort will Chanoch nicht wie alle anderen Besucher ehrfurchtsvoll das Gelände besichtigen, sondern er will in der Baracke übernachten, wo er einst eingesperrt war. Als ihm dies erschwert wird, flippt er aus. Als ehemaliger Häftling könne man von ihm nicht verlangen, für eine Nacht im KZ Auschwitz zu bezahlen, schreit er die völlig hilflose Mitarbeiterin des Gedenkortes an. Als er sich schließlich durchsetzt, sitzt die Familie bald alleine in der Baracke und isst tatsächlich, wie im Titel angekündigt, Pizza.
Pizza in Auschwitz zeigt zwei Dinge. Erstens, die Vergangenheit lebt so lange weiter, wie sie auch weitergegeben wird. Die Kinder von Chanoch haben Traumata verinnerlicht, die nicht ihre eigenen, sondern die ihres Vaters sind. Zweitens, es gibt gängige Vorstellungen davon, wie sich die Opfer des Holocaust verhalten. Danny Chanoch stellt mit seiner Reise und seinem offensiven Umgang mit dem Holocaust – der sehr oft witzig ist – diese Vorstellung radikal in Frage. Seine Witze aber tun oft weh. Und damit ist Pizza in Auschwitz nicht nur einer der schrägsten, sonder eindeutig auch einer der herausforderndsten Filme, die am diesjährigen Festival Visions du réel in Nyon zu sehen waren.“ (Christina von Ledebur)
Danny Chanoch (74) is a Holocaust survivor. In his words, he has a BA (Bachelor of Auschwitz) and was fortunate enough to have his own personal physician growing up: Dr. Mengele.
This tall impressive man, who never sheds a tear, and has managed to be part of every possible delegation to Poland and the death camps, has until now always failed to do one thing: get his own children, Miri and Sagi, to visit the site of his own lost childhood with him.
Three family members and a film crew spend six days in a van, travelling across Europe and treading the terrain where Danny was forced to “camp”. When they reach their "final destination" -- Birkenau -- Danny wants to fulfil a life-long fantasy: to spend the night in his old barracks, on his old bunk, with his own children. A bitter argument ensues with the camp officer, and only after waving an arm tattooed with a number in his face, does Danny get his way. Inside the camp, an awkward encounter takes place with a group of German youths who are making their own pilgrimage to the past.
Around a slice of pizza, which Miri brings her father from the nearby town of Auschwitz, the inevitable argument between father and his children erupts -- full of black humor and great pain.
Pizza in Auschwitz exposes the experiences of the children of survivors, who are survivors themselves, albeit of another kind. As Miri puts it in the film: "I guess there's no such a thing as a Holocaust survivor."
Moshe Zimerman
Moshe Zimerman ist Drehbuchautor und Regisseur. Seine erste Dokumentation First Steps brachte er 1988 heraus. 1990 folgte Border Line, eine 4-teilige Miniserie über das Hebräische für das israelische Fernsehen. 1992 drehte er den Spielfilm Erev Bli Na'ama/A Night Without Na'ama. Im Augenblick arbeitet er überwiegend an dokumentarischen Miniserien fürs Fernsehen.
Moshe Zimerman works as writer and director. He has debuted in cinema in 1988 with the documentary film First Steps. In 1990 he made Border Line — a 4 part series of 30 minute long documentaries about Hebrew language for Israeli Television, followed by A Whale At Sheraton Beach, a 3 part Documentary Mini-Series, in 1998. In 1992 he made the feature film Erev Bli Na'ama/A Night Without Na'ama. He currently continues to make documentary mini-series.
Directors filmography
First Steps (1988),
Border Line (1990),
Haacharonim Halkhu Kvar Mizman (1991),
A Night without Na'ama (1992),
A Whale at Sheraton Beach (1998),
Tugat Ha'ashkenaziut (1999-2008),
Pizza in Auschwitz (2008),
Cypress Love Story (2001-2008)
Screenings
02. October 09 19:00 Uhr,
Festsaal
- in Anwesenheit von Danny Chanoch
03. October 09 15:00 Uhr,
Filmhauskino
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Deutschland, Israel
2008
Director(s): Moshe Zimerman
65 min,
Beta SP PAL
hebr.
OmeU
Script: Moshe Zimerman
Producer: Osnat Trabelsi
Cinematography: Avi Kaner, Moshe Zimerman
Editing: Editing Director: Tali Goldenberg, Editing: Inbar Tavor
Music: Ellyot
Production company:Trabelsi Productions
12 Tiomkin St.
Tel-Aviv 65783
Israel
Phone: +972 35660398
Fax: +972 35600286
info@trabelsiproductions.com
www.trabelsiproductions.com
World sales company: Trabelsi Productions
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