Ein Fabrikgelände im Süden Italiens: Mit toxischen Flüssigkeiten gefüllte Metallfässer stehen einfach so auf dem Fabrikhof herum. Seit Jahren sind sie Wind und Wetter ausgesetzt. Sie rosten vor sich hin, manche sind undicht geworden, setzen giftige Dämpfe frei, Flüssigkeiten sickern in den Boden. Undurchsichtige schwarze Gifttümpel sind entstanden, aus denen die gefährlichen Substanzen in das Grundwasser gelangen. Die Müllberge stinken zum Himmel. Was Ende 2007 Schlagzeilen machte, ist ein Problem, mit dem Neapel seit mehr als vierzehn Jahren zu kämpfen hat. Aus dem Müllskandal ist mittlerweile eine regelrechte Umweltkatastrophe geworden. Selbst die EU rügte Italiens Regierung: 4866 illegale Müllhalden wurden registriert, über die wahre Ziffer lassen sich nur Vermutungen anstellen. Heute ist Kampanien eine einzige große Müllhalde. Man sieht Lkws, die im freien Feld große Ladungen an Müll abladen, mehrmals täglich. Es ist Problemmüll, Giftmüll aus den Fabriken im Norden Italiens, die viel Geld für die Entsorgung bezahlen. Dieser Müll wird direkt neben Obstplantagen, Erdbeer- oder Tomatenfeldern abgeladen, die von dem verschmutzten Grundwasser gespeist werden. Die Folgen für die Gesundheit spielen keine Rolle. Das Geschäft mit dem Müll ist vielmehr äußerst lukrativ. Es ist ein schmutziges Geschäft auf Kosten der Volksgesundheit, an dem vor allem die Camorra verdient. Kampanien weist mittlerweile zwar die höchste Rate an Krebserkrankungen in ganz Italien auf, doch die Bewohner werden weiter sich selbst überlassen. Statt die Ursachen anzugehen werden immer wieder Tausende von dioxinvergifteten Schafen zwangsgeschlachtet. Für den Umweltschützer Rafaele del Giudice wird mit den Menschen ähnlich bedenkenlos wie mit den Tieren verfahren, ein stilles und langsames Sterben hat begonnen, bei dem die Bewohner Kampaniens einfach geopfert werden. Die Regisseure Esmeralda Calabria und Andrea D'Ambrosio begleiten den italienischen Umweltaktivisten Raffaele del Giudice, der als Präsident von Legambiente gegen die sogenannte Ecomafia kämpft.
"Unser Film zeigt das verhängnisvolle Zusammenwirken von schlechter Politik, der Camorra und gewissenlosen Unternehmern", erklären die Regisseure. "Wir erzählen aber auch vom Kampf der Menschen hier. Pasolini sprach vom verzweifelten Lebensdrang. Genau das ist es. Die Menschen leiden unsäglich unter der Umweltmafia, aber sie erheben sich und bekämpfen sie."
Sheep breeders who see their sheep die from dioxin. An environmental teacher who fights against environmental crimes. Farmers who cultivate land polluted by the nearby dumps. Stories, reports and testimony of the massacre of a land. We are in Italy, in the Campania region where there are 1200 unauthorised toxic waste dumps. In the background, the Camorra business that uses lorries and mechanical diggers instead of pistols. A Camorra with white collars, deviated entrepreneurial activity and colluded institutions, told by a judge who reveals the mechanisms of a violent activity that is causing more deaths, slow in time, than any other criminal phenomenon.
"Is it possible to live like this in the third milennium? The waste problem covers vast and complex mechanisms that involve public health, politics and the economy. It is a problem that has erupted like a monstruous volcano in the Campania region, one of the most beautiful and renowned corners of Italy. Yet the problem lies there, below surface; an apocalyptic massacre waiting to happen to humankind." (Esmeralda Calabria, Andrea D’ambrosio, Peppe Ruggiero)
Esmeralda Calabria, Andrea D’Ambrosio, Peppe Ruggiero
Esmeralda Calabria wurde 1964 in Rom geboren. Sie gilt als eine der Führenden Cutterinnen Italiens. Biùtiful cauntri ist ihr Regiedebüt.
Andrea D'Ambrosio, geboren 1975 in Roccadaspide, studierte Regie an RomsNuova Università del Cinemae della Televisione.
Peppe Ruggiero, geboren 1967 in Cercola, arbeitet als Journalist für diverse italienische Magazine und als Drehbuchautor.
Esmeralda Calabria, was born in Rome in 1964. She is one of Italy's foremost film editors, Biùtiful cauntri marks her directing debut.
Andrea D'Ambrosio was born in 1975 in Roccadaspide, Italy. He studied film directing at Rome's Nuova Università del Cinemae della Televisione.
Peppe Ruggiero, was born in 1967 in Cercola, Italiy. He works as a journalist for several Italian magazines and as screenwriter.
Filmographie
Nicht von dieser Welt (Schnitt, 1999), Das Zimmer meines Sohnes (Schnitt, 2001), Licht meiner Augen (Schnitt, 2001), Der Italiener (Schnitt, 2006), Biùtiful cauntri (Regie, 2007)
Vorstellungen
02. Oktober 09 21:15 Uhr,
KommKino
11. Oktober 09 17:15 Uhr,
Festsaal
- in Anwesenheit von Esmeralda Calabria