News Meldung

Montag 07. Februar 2011 - 18:34h

Solidarität mit Jafar Panahi und Mohammad Rasoulof

 

Internationales Nürnberger Filmfestival der Menschenrechte ernennt Panahi zu seinem Jurypräsident 2011.

(c) Cines del Sur Granada Film Festival

Das Internationale Nürnberger Filmfestival der Menschenrechte ernennt den iranischen Regisseur Jafar Panahi zum Präsident seiner internationalen Jury 2011. Das bedeutendste Menschenrechtsfilmfestival Deutschlands schließt sich damit der internationalen Solidaritätsbewegung für Panahi und seinen Kollegen Mohammad Rasoulof an. Beide Regisseure waren im Dezember 2010 zu einer sechsjährigen Haft und einem zwanzigjährigen Berufsverbot verurteilt worden.

Das Nürnberger Filmfestival reiht sich damit ein in die große Zahl anderer Institutionen und Einzelpersonen der internationalen Filmindustrie (wie der Berlinale, den Filmfestspielen von Cannes und der Cinémathèque française) und verurteilt das Urteil gegen die beiden Regisseure scharf, da es einen klaren Verstoß gegen die Meinungs- und Redefreiheit darstellt.

Panahi ist einer der renommiertesten Filmemacher des Iran und feierte mit Filmen wie Der Kreis (Goldener Löwe der Internationalen Filmfestspiele von Venedig 2000), Blutrotes Gold (Großer Preis der Jury, Cannes 2003), und Offside (Silberner Bär der Berlinale 2006) internationale Erfolge. Rasoulof sorgte u.a. mit The White Meadows (2009) und der Dokumentation Im Reich der Schüssel (2007) für Aufmerksamkeit. Vorgeworfen wird beiden Regisseuren u.a. „Verschwörung gegen die nationale Sicherheit des Iran“ und „Propaganda gegen die Islamische Republik“.

Das Nürnberger Filmfestival wird im Rahmen seiner nächsten Ausgabe vom 28. September bis 5. Oktober 2011 Filme Panahis und Rasoulofs zeigen, um deren Freiheitskampf zu unterstützen und um auf die Situation vieler im Iran lebender Künstler aufmerksam zu machen.

Bereits im Jahr 2009 hatte das Festival einen Themenschwerpunkt zum Iran organisiert. Schirmherr damals war Panahis Regiekollege Mohsen Makhmalbaf. Der erste Film zu den iranischen Präsidentschaftswahlen 2009, Green Days von Makhmalbafs Tochter Hana, feierte in Nürnberg seine Deutschlandpremiere.